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Wir packen aus…

Der Renner auf Youtube: Unboxing-Videos. Egal, was angeschafft wird, das Auspacken muss filmisch dokumentiert werden; aus der Egoperspektive und gewürzt mit einigen mehr oder weniger wertvollen Kommentaren. Schön, wenn ab und zu mal eine angenehme Überraschung dabei ist…

In eigener Sache. Wenn man die letzten Einträge so liest, könnte der Eindruck entstehen, dass ich das vergangene Monat völlig untätig war, mir jetzt irgendwie langweilig geworden ist und ich deshalb einen Eintrag nach dem anderen poste wie ein Verrückter. Da ich mich selbst dieses Eindrucks auch nicht ganz erwehren kann, sei hier kurz angemerkt: Die Beiträge der letzten Stunden existieren schon seit längerem als Entwürfe in meinem Blog. Aber ich habe nie die Zeit gefunden, sie fertig zu stellen. Bis heute…

Der Anwalt des kleinen Mannes

Ich bin Kroneleser. Überzeugt und begeistert. Denn in dieser Zeitung – und nur in dieser Zeitung – steht, was sich der kleine Mann denkt. Nicht nur der Wort-Virtuose Wolf Martin spricht mir aus der Seele. Auch die regelmäßigen Leserbriefschreiber wie Helmut Kafka und Franz Weinpolter sind die Anwälte des kleinen Mannes.

Was mich quält ist die Frage: Gibt es meine beiden Idole wirklich? Oder sind die beiden Protagonisten des freien Wortes nur die Erfindung eines in die Jahre gekommenen Herausgebers?

Nun, das Konterfei Herrn Weinpolters konnte der geneigte Krone-Leser auf der Leserbriefseite bewundern. Ein Faksimile findet sich auf krone-blog.at.

Bleibt nur noch die Identität von Helmut Kafka. Das Telefonbuch bringt uns nicht weiter, denn in ganz St. Pölten findet sich niemand mit diesem Namen. Aber von Österreichs “kleinstem Mann” darf man auch erwarten, dass er sich – wie jeder gute Österreicher – eine Geheimnummer zugelegt hat und deshalb im Telefonbuch keine Erwähnung findet. In der Zeitung der NÖ Beteiligungsgesellschaft für Abfallwirtschaft und Umweltschutz Ges.m.b.H ist in der Ausgabe vom November 2003 auf Seite 8 das Konterfei eines Helmut Kafka abgebildet. Aber ist er der wortgewandte Autor so vieler Leserbriefe? Hat auch diese Stimme des Volkes endlich ein Gesicht? Mir bleibt nur die Spekulation und die stumme Hoffnung, dass die Kronenzeitung auch dieses Geheimnis eine Tages lüften wird.


Horizont-Verengung

Nicht nur zu viele Berge engen den Horizont ein. Auch zuviel Arbeit in immer den gleichen vier Wänden kann dabei helfen, die breite Perspektive völlig zu verlieren. Das erste, was ich tue, wenn ich ein wenig Zeit finde, ist jede Zeitung, jedes Magazin zu lesen, dass mir in die Hände oder – via Google-News – in den Browser fällt. Und da stelle ich dann schnell fest, dass die Horizont-Verengung nicht nur mich, sondern auch manchen Journalisten erfasst hat. Beispiel gefällig?

Ich lese für mein Leben gern Interviews – und zwar ganz gleich zu welchem Thema. Mich fasziniert dabei oft weniger der Inhalt, als die Art und Weise, wie durch oft sanfte, oft scharfe Fragen der Gesprächspartner geführt, gelenkt oder gedrängt wird. Ein gutes Interview ist für mich wie eine gelungene Tanzvorführung: rhythmisch, ausgewogen, aber nicht immer zwingend im Gleichklang.

Umso schmerzlicher trifft es mich, wenn eine Wochenzeitung wie die Furche in ihrer Ausgabe vom 2. Jänner 2009 gleich zweimal daneben greift. Sie lädt zwei interessante Personen zum Interview – Martin Heller, Intendant von Linz 09, und Jan Koukal, tschechischer Botschafter in Wien – und lässt die Chance, die diese beiden Gespräche bieten, ungenutzt vorüberziehen.

Entschuldigend merkt die Zeitung beim Interview mit Jan Koukal gleich zu Beginn an, dass das Interview per E-Mail geführt wurde, was die ausweichenden und nichts sagenden Antworten des tschechischen Botschafters in weiten Zügen erklärt. Der einzige Vorwurf, den sich die Furche Fall gefallen lassen muss, ist das Interview trotzdem abgedruckt zu haben.

Anders verhält es sich beim Gespräch mit Martin Heller: Anstatt dem Intendanten kräftig auf den Zahn zu fühlen, fallen die Fragen streichelweich aus. Übrig bleibt das Bild des souveränen Teflon-Kulturprofis, der sich von solchen Kleinigkeiten wie einer verärgerten freien Kunst- und Kulturszene sicher nicht den Schlaf rauben lässt.

Wo mag der Grund für diesen doppelten Fehlgriff liegen? Vielleicht waren die Mauern der Redaktionsstube doch ein wenig zu eng? Vielleicht braucht es wieder mehr Mut, um aus dem Fenster zu sehen, die Perspektive zu erweitern, Fragen mit mehr Schärfe zu stellen und um die Antworten darauf auch einzufordern.

Die oberösterreichische Kreativwirtschaft…

Ich bin froh, ein Oberösterreicher zu sein. Die oberösterreichische Kreativ-Wirtschaft leistet unnachahmliches. Wie zum Beispiel das hier.

Das macht einen schon ein bisschen stolz, oder?

Der Wind…

Ich bin kein Intellektueller. Trotzdem les ich gern die Kronenzeitung. Und lass mich inspirieren. Vom Hofdichter Wolf Martin.

Als Krone Leser hat man’s leicht
denn Martin dichtet unerreicht
zwar stumpfsinnig und lapidar
doch was er sagt ist immer wahr
Er ist für mich der Star der Krone
am Wochenende geht’s nicht ohne

Willkommen

Willkommen in meinem neuen Zuhause. Gestern bin ich doch glatt geschimpft worden, weil ich so wenig schreibe. Dann müssen eben auch unqualifizierte Wortmeldungen hier ihren Platz bekommen. Von denen hab ich mehr auf Lager.

Der lange Weg aus dem Zaubertal

Der Zaubertal-Blog ist nicht mehr. Musste ich heute erfahren. Was schade ist, weil es kaum was schöneres gibt, als einen kreativen Kopf, der über seine Sicht der Dinge spricht. Ganz besonders schade: dass die Recherche über die zertifizierten Werbeagenturen in der Standesvertretung damit aus dem Netz verschwunden ist. Wer Zaubertal trotzdem besuchen möchte: www.zaubertal.at

Die Neudefinition von Rechts

Am 28. September ist in Österreich etwas Interessantes passiert: Die beiden Rechtsparteien FPÖ und BZÖ sind miteinander nur ganz knapp daran vorbeigeschrammt, stärkste politische Kraft in Österreich zu werden. Das Nachrichtenmagazin “profil” titelt in seiner Ausgabe am darauf folgenden Montag mit “Sieg ….!”

Kommen die Nazis wieder?
Diese Frage geistert mehr oder weniger offen formuliert durch nationale und internationale Medien. Und die Antwort ist pauschal gesprochen: Nein. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund. Die Wähler von FPÖ und BZÖ sind jene Menschen, die von der bisherigen Regierung und den beteiligten Parteien enttäuscht waren. Sie haben ein Ventil gesucht. Genau die gleichen Menschen hätten in Deutschland die Linke gewählt.

Also alles nicht so schlimm?
Dieses Ergebnis auf die leichte Schulter zu nehmen, ist aber unangebracht. Das war ein Schuss vor den Bug, der das Schiff schon fast versenkt hätte. Die Wähler, die FPÖ und BZÖ ihre Stimme gegeben haben, mögen zwar keine Rechten sein, die Herrn Strache und Haider sind es sehr wohl.

Der Affe und seine Banane

Worauf würdest du am liebsten verzichten? Die Frage hab ich mir gestellt und eine überraschende Antwort gefunden: Mein Mobiltelefon. Das wirft doch irgendwie einige Fragen auf, die ich mir stellen und praktischerweise auch gleich beantworten werde.

Ein Mensch ohne “Handy” ist doch wie ein Affe ohne Banane?
Stimmt zwar irgendwie, aber wenn ich mir ansehe, wie selbstverliebt die ganzen Affen in ihre Banane reden, dann möchte ich doch lieber nicht zu dieser Urwaldtruppe gehören.

Aber dann kann dich niemand mehr erreichen?
Richtig. Eigentlich kein Argument für, sondern gegen ein Mobiltelefon. Ich will überhaupt nicht immer und überall und für jeden erreichbar sein, dem ich in einem Anfall geistiger Umnachtung meine Nummer gegeben habe.

Wie willst du dich dann mit Freunden treffen?
Einfach so wie früher: Anrufen, ausmachen, dort sein. Nur eben nicht mit einem mobilen Telefon, sondern mit einem ganz ordinären Festnetzanschluss. Die älteren Leser können mir vielleicht bestätigen, dass das tatsächlich funktioniert. 

Findest du Handys nicht cool?
Manche Telefone finde ich tatsächlich ganz schnittig. Aber wenn ich mir die letzten Zeilen noch einmal lese, dann überwiegen für den Verzicht eindeutig die Vorteile. Und ganz ehrlich: Richtig gut gefallen mir die alten Wählscheibentelefone. Passt ganz gut, weil Retro ja ohnedies wieder im Kommen ist.

Leider wird mein Wunsch kaum Wirklichkeit werden. Denn auf ein Mobiltelefon zu verzichten, muss man sich erst einmal leisten können. Was soll’s, jeder braucht Ziele. Auch wenn sie hoch gesteckt sind.

Der Kunde ist König

Eine Redewendung, geboren aus dem Bedürfnis, dem Kunden alles recht zu machen, um ihn so bei der Stange zu halten. Denn einen neuen Kunden zu gewinnen ist ungleich aufwändiger, als einen bestehenden bei Laune zu halten.

Und nicht nur die Unternehmer haben diese Weisheit verinnerlicht. Auch viele Kunden treten auf wie Ihre Majestät persönlich. Nur eines unterscheidet sie leider oft von einem Monarchen. Ein König sollte wissen, was er will.



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