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Das Buch zum Erfolg

Das Erfolgsrezept für pseudowissenschaftliche Literatur, ich habe es endlich gefunden. Hier habe ich zusammengefasst, was man dafür braucht:

  1. Einen Job an einem Universitätsinstitut bei einem Querdenker, dessen Ideen in der gesamten Kollegenschaft als eher verquer angesehen werden. Das ist ganz wichtig für später
  2. Gerade einmal soviel Verständnis für das, woran dieser Querdenker arbeitet, dass wir es in anderen Worten wiedergeben können, ohne die eigentliche Bedeutung wirklich zu verstehen.
  3. Zeit. Und zwar soviel Zeit, dass wir unseren Mentor überleben.
  4. Man nehme nun das Konzept, das dieser Mann oder diese Frau zu Lebzeiten entwickelt hat und fasse es in andere Worte. Die Abstraktion muss dabei ein hohes Niveau erreichen. Denn der Inhalt soll wissenschaftlich klingen, aber wir müssen mit allen Mitteln verhindern, dass er auch verstanden werden kann. Sonst würde die Blase platzen. Jetzt kommen wir zurück auf Punkt 1: Wir sagen, dass niemand (außer uns) unseren Mentor je verstanden hat. Wir sagen, dass sein Konzept seiner Zeit voraus war, dass wir es mit einem Visionär zu tun haben, bei dem wir die Ehre hatten, in die Lehre zu gehen.
  5. Nun folgt der entscheidende Schritt: Obwohl man nicht vollständig erfasst hat, wie weitreichend das Konzept eigentlich ist, braucht das Buch eine Zukunftsperspektive. Also etwas in dieser Art: Wir wissen, dass in Zukunft etwas unglaubliches, unfassbares oder unvorstellbares passieren wird, das sich mittels dieses Konzeptes erklären ließe. Da wir aber selbst nicht wissen, was das ist, machen wir nur ganz wage Andeutungen, ohne dabei auf den Punkt zu kommen.
  6. Da das Buch so wage geschrieben ist, kann sich eigentlich niemand etwas darunter vorstellen. Wir liefern dafür gleich die passende Erklärung: Natürlich kann das Modell nur von jemandem verstanden werden, der innerhalb dieses Modells eine gewisse Stufe erreicht hat. Wir bauen also eine Art Zirkelschluss in unser Konzept ein. Für den Erfolg braucht es jetzt noch einen weiteren, entscheidenden Schrittt: Seminare zum Thema. Schulungen, die das Konzept vermitteln und klar machen: Wenn du diesem Konzept folgst, dann wirst du zu einem Übermenschen werden. Denn du bist jemand mit ganz besonderem Potential.

Und damit sind wir fertig. Gibt’s nicht? Doch, gibt es: Hier der Link zum Buch in Amazon.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der oberösterreichischen Landesbibliothek. Gäbe es diese wunderbare Einrichtung nicht, ich hätte mir das Buch vermutlich gekauft und würde mich jetzt maßlos über mich selbst ärgern.

Ich kann die Lektüre wirklich nicht empfehlen. Aber das Buch hat mir die Augen geöffnet. Wenn auch ganz sicher in anderer Weise, als die Autoren sich das vorgestellt haben.

Sparsamer Leser

Dass ich gern lese ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Damit verbunden sind natürlich hohe Kosten für die Anschaffung von Büchern und ein gewisses Maß an Platznot im heimischen Bücherregal. Die Lösung: Bibliotheken. Eine hat es mir ganz besonders angetan: die oberösterreichische Landesbibliothek. Der derzeit etwas improvisierte Charakter der Bibliothek – Baucontainer am Schillerplatz – tut dem Vergnügen, die Bücher dort abzuholen, keinen Abbruch.

Kürzlich war ich auf der Suche nach einem Buch, das ich nach einiger Recherche nur in einer einzigen Bibliothek – einer Fachbereichsbibliothek an der Universität Linz – verorten konnte. Eine mühsame Angelegenheit, wenn man weiß, dass es sich dabei um eine reine Präsenzbibliothek handelt, das besagte Buch aber mehr als 600 Seiten stark ist. Da bin ich auf der Internetseite der Landesbibliothek über die Wunschbuch-Bestellung gestolpert. Und weil Probieren ja bekanntlich nichts kostet, habe ich die notwendigen Daten eingetragen.

Wenige Tage später erreicht mich die Mitteilung, dass das besagte Buch angeschafft wurde und gerade in den Bestand der Bibliothek aufgenommen wird. Eine Woche nach Absendung meiner Wunschbuch-Bestellung hielt ich das Buch in Händen – und war vom Inhalt mehr als enttäuscht. Was mir angesichts der börsl-schönenden und platzsparenden Beschaffung allerdings nur ein mildes Lächeln entlockt hat.

Der Beschluss ist gefasst: Kein Buch findet mehr ungelesen den Weg in mein Bücherregal. Alles wird ausgeborgt. Aber um die Fairness zu wahren: Wenn es mir wirklich gefällt, wird es nach einmaligem Lesen mit Sicherheit auch gekauft.

Und wenn erst das neue Bibliotheksgebäude mit dem großen Freihandbereich fertig ist… Naja, was anderen ihr Landgraf ist, ist mir meine Landesbibliothek. Denn Kaffee soll es dort auch geben und Ginger Ale hat mir noch nie geschmeckt…



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